Wednesday, February 20, 2008

In Film und Fernsehen bleiben Frauen stumm

Frauen werden nicht nur in Erotik-Filmen, sondern auch in jugendfreien amerikanischen Filmen meistens in freizügiger und die sexuellen Reize betonender Kleidung gezeigt. Einer Studie zufolge wird nur ein Bruchteil der Sprechrollen in jugendfreien Filmen mit Frauen besetzt; auch in Kindersendungen sind Männer stärker präsent.


Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der amerikanischen Medienwissenschaftlerin Stacy Smith, die 400 Filme aus den Jahren 1990 bis 2006 ausgewertet hat. Ihre Ergebnisse hat die Wissenschaftlerin vor wenigen Tagen auf einer internationalen Konferenz zum Thema „Gender in Media“ an der University of Southern California vorgestellt.

Stacy Smith konnte belegen, dass nur 28 Prozent aller Sprechrollen in jugendfreien Filmen mit Frauen besetzt sind. Wenn sie in diesen Filmen auftreten, liegt der Fokus ihrer Beobachtung nach auf der äußeren Erscheinung.

Außerdem hat Smith die 400 erfolgreichsten Filme der Jahre 1990 bis 2006 untersucht. Hier zeigte sich, dass Frauen fünfmal häufiger in sexuell aufreizender Kleidung auftraten als Männer. In Fernsehsendungen, die für Kinder gemacht werden, treten Smith zufolge doppelt so häufig Männer auf wie Frauen. „Es kommen also insgesamt mehr Männer als Frauen vor“, fasst Stacy Smith ihre Ergebnisse zusammen, „und wenn Frauen vorkommen, werden sie meist in übersexualisierter Weise gezeigt.“

Smith arbeitet mit dem „Geena Davis Institute on Gender in Media“ zusammen. Das von der Schauspielerin Geena Davis gegründete Institut ist weniger ein Forschungsinstitut als eine Lobbyvereinigung. Es will weibliche Rollen in Film und Fernsehen stärken und dadurch das Geschlechterbild vor allem von Kindern im Sinne der Gleichheit beeinflussen. Davis wurde bekannt durch den Film „Thelma & Louise“ (1991): Die Titelheldinnen wehren sich gewaltsam gegen männliche Drangsalierung.

http://www.handelsblatt.com/news/_pv/_p/204493/_t/ft/_b/1393652/default.aspx/index.html

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